[keimform] Publikationsreif?

Thomas Kalka thomas.kalka at googlemail.com
Do Feb 24 07:53:43 CET 2011


Na, das wäre doch jetzt ein Beitrag für keimform ...
Fehlt nur noch die Einleitung, eine kurze Zusammenfassung
des Textes von Huisken.



2011/2/23 Christian Siefkes <christian at siefkes.net>

> Nabend Franz,
>
> On 02/23/2011 09:56 PM, Franz Nahrada wrote:
> > Den Artikel von Freerk Huisken könnte man demonstrativ in Keimform
> publizieren.
> >
> >
> http://neoprene.blogsport.de/2011/02/23/update-zur-gegenrede-von-freerk-huisken-zum-fall-guttenberg/
>
> können wir gern machen, aber nur unter der Voraussetzung, dass Christian
> Siefkes und nicht etwa Freerk Huisken als Autor des Artikels genannt wird!
> Ne, im Ernst: der "Fall Guttenberg" hat mit geistigem Eigentum und der
> Bewegung für Freie Kultur (oder gar eine Freie Gesellschaft?) nichts zu
> tun.
>
> Im Gegenteil ist bei Freier Software und Freier Kultur die Attribution, die
> Anerkennung der Beiträge anderer, selbstverständlich und wird praktisch
> universell praktiziert. Bei den Creative Commons Lizenzen wird sie von
> sogar
> von der Lizenz gefordert, bei Freier Software gehört sie einfach zum guten
> Ton. Zusammenarbeit unter Peers funktioniert auch nur so, denn wenn
> einer die Beiträge anderer als seine eigenen ausgeben würde, würde er die
> anderen mit Sicherheit verprellen.
>
> Und für die Wissenschaft gilt dasselbe. Nicht umsonst gibt es das
> Schlagwort
> vom Wissenskommunismus <http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenskommunismus>,
> das sich auf die Selbstverständlichkeit bezieht, mit der man in der
> Wissenschaft auf den Erkenntnissen anderer nicht nur aufbauen darf, sondern
> aufbauen soll. Das funktioniert aber überhaupt nur deshalb, weil die
> Quellen, genau wie bei Freier Software, kenntlich gemacht werden. Denn die
> Angabe von Quellen ermöglicht die "Rückwärtssuche" nach anderen
> interessanten Texten, die sich schon vorher mit ähnlichen Ideen beschäftigt
> haben. (Und ergänzend ermöglichen Tools wie Citeseer
> <http://citeseer.ist.psu.edu/> die Vorwärtssuche nach Texten, die eine
> Ideen
> aufgreifen und weiterentwickeln).
>
> Klar ist am wissenschaftlichen Titel/Reputationswahn insbesondere in seiner
> modernen Ausprägung "ich muss möglichst viel publizieren und möglichst oft
> zitiert werden" (denn solche quantitativen Kriterien werden stupide für
> Evaluationen verwendet) viel zu kritisieren, aber das mit der notwendigen
> Kritik am geistigen Eigentum in einen Topf zu werfen und Guttenberg zu
> verteidigen (was der Autor natürlich, ob er will oder nicht, doch tut)
> halte
> ich für ganz falsch.
>
> Herzliche Grüße
>        Christian
>
> PS. Für die Literatur gelten übrigens wiederum andere Spielregeln, daher
> würde ich z.B. den "Fall Hegemann"
> <
> http://de.wikipedia.org/wiki/Helene_Hegemann#Plagiats-_und_Betrugsvorw%C3%BCrfe_und_folgende_Diskussion
> >
> ganz anders bewerten. (Ganz abgesehen davon, dass da nur wenige Zeilen
> plagiiert wurden, und die auch noch mit deutlichen Variationen, und nicht
> dutzende von Seiten.)
>
> --
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